Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen

ver.di fordert Verhandlungen über einen Tarifvertrag Entlastung

Klinikum Augsburg und Kreiskliniken Günzburg - Krumbach

ver.di fordert Verhandlungen über einen Tarifvertrag Entlastung

ver.di hat das Klinikum Augsburg und die Kreiskliniken Günzburg - Krumbach zu Verhandlungen über einen Tarifvertrag Entlastung aufgefordert - die Arbeitgeber tragen Verantwortung für die Gesundheit der Beschäftigten.

ver.di hat das Klinikum Augsburg und die Kreisklinik Günzburg - Krumbach zu Verhandlungen über einen Tarifvertrag Entlastung aufgefordert. Durch die Personalnot sei der Druck auf die Beschäftigten enorm. Deshalb fordert ver.di in diesem Tarifvertrag eine Mindestpersonalausstattung festzulegen sowie Regelungen zum Belastungsausgleich, sofern die tarifvertraglich vorgegebene Mindestpersonalausstattung im Einzelfall nicht eingehalten werden sollte. Ebenso fordert ver.di Zeit für Ausbildung. Durch Freistellung der Ausbildenden von ihrer anderen Tätigkeit für die Zeit der Anleitung.

Vor allem Pflegkräfte schildern täglich, dass sie nicht so pflegen und versorgen können, wie es fachlich geboten wäre. Die ständige Personalnot auf den Stationen und der Dauerstress macht viele Beschäftigte krank und gefährdet die Patientenversorgung. „Dass Arbeit so organisiert werden muss, dass die Gesundheit von Beschäftigten nicht gefährdet wird, gilt auch für Krankenhäuser“, erläutert Stefan Jagel, Gewerkschaftssekretär bei ver.di Augsburg. „Alle wissen um die dramatische Situation in der Pflege und die Arbeitgeber ändern daran nichts. Deshalb machen wir das Thema Entlastung und Gesundheitsschutz nun zum Gegenstand einer tariflichen Auseinandersetzung“, so Stefan Jagel.

Margarita Tausch, kurz vor ihrem Staatsexamen zur Pflegekraft, sagt: „Ich muss noch mindestens 30 Jahre in der Pflege arbeiten. Damit diese Aussicht, bis zur Rente in Vollzeit in der Pflege zu arbeiten keine Horrorvorstellung bleibt, brauchen wir nun einen Pflegeaufstand. Es muss sich dringend etwas an der Stellenbesetzung auf Station verändern.“

Helga Springer–Gloning, seit 44 Jahren Pflegekraft im Krankenhaus, spricht davon, dass es noch nie so schlimm auf ihren Stationen war, wie es gerade jetzt der Fall ist. „Gerade seit der Einführung des Fallpauschalensystems im Jahr 2003, ist es zu einer dramatischen Zuspitzung gekommen. Wir haben kein Erkenntnisproblem, wir brauchen jetzt Lösungen, sonst bricht das System zusammen“, so Springer–Gloning abschließend.

Die Aufforderung zu Tarifverhandlungen sind in die schwäbische und bundesweite Bewegung der Gewerkschaft ver.di für mehr Personal und Entlastung im Krankenhaus eingebettet. In Schwaben fehlen 3.000 Stellen allein in der Pflege. In Deutschland betreut eine Pflegekraft 13 Patienten, in Norwegen sind es 5,4 Patienten pro Pflegekraft. Die Arbeitgeber haben die Verantwortung für gute Arbeitsbedingungen, die durch entsprechende Tarifverträge zu regeln sind. Der Gesetzgeber hat die Verantwortung für eine gute Gesundheitsversorgung eine ausreichende und zweckgebundene Finanzierung zu organisieren.

ver.di erwartet eine zügige Aufnahme von Tarifverhandlungen. „Die Geduld und die Kraft der Beschäftigten in den Kliniken ist aufgebraucht“, so Stefan Jagel abschließend.

Infos auch unter https://gesundheit-soziales.verdi.de/themen/entlastung

ver.di Bezirk Augsburg, Fachbereich Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen, Stefan Jagel, Gewerkschaftssekretär