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8.900 Unterschriften für mehr Krankenhauspersonal in Schwaben

Personalnot in Krankenhäusern

8.900 Unterschriften für mehr Krankenhauspersonal in Schwaben

8.900 Unterschriften für mehr Krankenhauspersonal in Schwaben wurden am Freitag an Dr. Nüßlein als Mitglied der Expertenkommission Pflege übergeben
Die Gewerkschaft ver.di hatte, mit Kolleginnen und Kollegen aus dem Bereich der Pflege, die in Schwaben gesammelten Appelle für mehr Krankenhauspersonal dem Mitglied in der bundesweiten Expertenkommission Pflege Dr. Georg Nüßlein übergeben.

Insgesamt sammelte die Gewerkschaft ver.di seit dem 01. Mai 2017 ca. 8.900 Unterschriften von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Patienteninnen und Patienten und deren Angehörige aus ganz Schwaben.
In den deutschen Krankenhäusern fehlt Personal, nach ver.di-Berechnungen insgesamt 162.000 Beschäftigte, davon rund 70.000 in der Pflege. In den schwäbischen Krankenhäusern fehlen 3.000 Pflegekräfte. Stefan Jagel, ver.di-Sekretär im ver.di Bezirk Augsburg und zuständig für das Gesundheits- und Sozialwesen: „Wir brauchen gesetzliche Vorgaben zur Personalausstattung. Als Sofortprogramm fordern wir keine Schicht allein und ausreichend Zeit für Ausbildung. Dafür müssen umgehend 20.000 Stellen geschaffen werden.“

Die Personalnot trifft auch die Patientinnen und Patienten, eine gute Versorgung ist kaum noch möglich. Vielerorts funktioniert der Klinikbetrieb nur noch, weil die Kolleginnen und Kollegen auf ihre Pausen verzichten und häufig einspringen, obwohl sie frei hätten. Auch die Qualität der Ausbildung leidet, weil Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter und Auszubildende zu sehr damit beschäftigt sind, personelle Engpässe abzudecken.

Nach Berechnungen von Prof. Dr. Michael Simon von der Hochschule Hannover, muss eine deutsche Pflegekraft doppelt so viele Patientinnen und Patienten versorgen wie eine Pflegekraft in den Niederlanden.
„Wenn wir in den Krankenhäusern nicht schnell für mehr Personal und bessere Arbeitsbedingungen sorgen, steuern wir sehenden Auges auf eine Katastrophe zu. Fehlendes Personal in den Kliniken kostet Menschenleben. Die Zahl der pflegebedürftigen Menschen wird weiter ansteigen, darum muss die Politik jetzt dafür sorgen, dass die Arbeitsbedingungen in den Krankenhäusern attraktiver werden.“ so Stefan Jagel abschließend.

Die Aktion fand am Freitag, den 16. Juni 2017 in Günzburg statt. Um 15:00 Uhr war die Kundgebung am Schnöllerplatz (unterhalb vom Stadttor) mit Übergabe der Unterschriften des „Schwäbischen Appells für mehr Krankenhauspersonal“ an Dr. Georg Nüßlein (stellv. Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, Mitglied der Expertenkommission Pflege).

www.klinikpersonal-entlasten.verdi.de

http://tinyURL.com/Bay-Appell2017