Handel

Beschäftigte bei Amazon in Graben waren wieder zum Streik aufgerufen

Gute Arbeit - gesunde Leute – gutes Geld

Beschäftigte bei Amazon in Graben waren wieder zum Streik aufgerufen

Graben bei Augsburg, 26.5.2017. Nachdem die Beschäftigten bei Amazon in Graben vom 15. Mai bis 20. Mai im Streik waren, hatte die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di am 26. Mai 2017, mit Beginn der Frühschicht, die Beschäftigten erneut zum Arbeitskampf aufgerufen.

„Man muss sich jeden Tag aufs Neue bei Amazon wundern. Nach außen hin gibt sich Amazon als seriöser Arbeitgeber. Im Innenverhältnis berichten Beschäftigte, über alle Abteilungen hinweg, verstärkt von erhöhtem Druck und massiven Attacken. Allen voran betrifft es die Beschäftigtengruppe, die länger als 2 Jahre bei Amazon beschäftigt ist. Also diejenigen, die einen unbefristeten Arbeitsvertrag besitzen“, berichtet Thomas Gürlebeck, ver.di Streikleiter in Graben.

„Bei einem solchen Vorgehen kann man auf die Idee kommen, dass Amazon zum einen Personalkosten sparen will, denn Neueinsteiger verdienen deutlich weniger, zum anderen, dass Amazon wohl in befristeten Arbeitsverhältnissen deutlich willigere und weniger wehrhafte Beschäftigte sieht. Bei einer solchen Unternehmenspolitik kommt dann noch dazu, dass man den Beschäftigten existenzsichernde Tarifverträge verweigert. Daher ist am heutigen Streiktag unser Motto, gute Arbeit – gesunde Leute – gutes Geld. Amazon darf nicht glauben, dass sich die Beschäftigten von den Angriffen einschüchtern lassen. Deshalb kämpfen wir weiter und weiter für Tarifbindung bei Amazon“, so Gürlebeck abschließend.

„Der Kampf um existenzsichernde Tarifverträge bei Amazon hat nicht nur elementare Bedeutung für die Beschäftigten bei Amazon selbst, sondern für den gesamten Einzelhandel. Wenn transnationale Konzerne sich Wettbewerbsvorteile auf dem Rücken der Beschäftigten verschaffen, heizt dies den ruinösen Verdrängungswettbewerb im Handel noch weiter an“, so Hubert Thiermeyer, Leiter in ver.di für den Handel in Bayern.

„Amazon diktiert momentan einseitig die Löhne, überwacht die Beschäftigten und setzt sie gesundheitsschädlichem Leistungsdruck aus. Viele Kunden und Beschäftigte akzeptieren dies auf Dauer nicht“, erklärte Hubert Thiermeyer.

Ansprechpartner:
Thomas Gürlebeck, Gewerkschaftssekretär FB Handel, Bezirk Augsburg
Hubert Thiermeyer, ver.di Leiter Handel Bayern

www.handel.bayern.verdi.de