Handel

Kaufhof: Beschäftigte wollen nicht für Managementfehler bezahlen

Kaufhof muss ein tragfähiges Zukunftskonzept vorlegen

Kaufhof: Beschäftigte wollen nicht für Managementfehler bezahlen

Angesichts des Antrags der Unternehmensführung von Kaufhof auf einen Beschäftigungssicherungstarifvertrag fanden an etlichen Standorten am Freitag, 13. Oktober 2017 bundesweit nichtöffentliche Betriebsversammlungen statt, zu denen die Betriebsräte von Kaufhof eingeladen hatten.

Im Vorfeld sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger: „Die Beschäftigten von Kaufhof wollen nicht für Managementfehler büßen. Bereits seit 2015 weisen der Gesamtbetriebsrat und der Wirtschaftsausschuss des Gesamtbetriebsrats regelmäßig auf Managementfehler hin, etwa auf eine nicht erkennbare Verkaufsstrategie und eine verfehlte Rabattpolitik. Ein Umsteuern konnten wir aber bis heute nicht erkennen. Wir erwarten von Kaufhof einen klaren, tragfähigen Zukunftsplan. Kaufhof braucht überzeugende Konzepte, wie die Umsätze gesteigert werden sollen. Mit Personalkostenkürzungen bringt man das Unternehmen nicht voran.“

Nutzenberger verwies auf zahlreiche offene Fragen, die zu klären seien. „Dazu gehört die Frage möglicher überhöhter Mieten und auch, wie der Mutterkonzern HBC agiert. Wieviel Geld fließt tatsächlich für Investitionen von HBC an Kaufhof zurück und wieviel Geld fließt von Kaufhof zu HBC ab? Es wirft Fragezeichen auf, wenn HBC einerseits die kapitalintensive Europaexpansion vorantreibt, andererseits aber nun angeblich so wenig Geld da ist, dass man den Beschäftigten bei Kaufhof in die Tasche greifen will. Wir werden diese Fragen alle auf den Tisch bringen. HBC muss seiner sozialen Verantwortung gerecht werden, das hat das Unternehmen bei der Übernahme von Kaufhof schließlich vollmundig versprochen und die Beschäftigten haben das als klares Bekenntnis zum vollständigen Flächentarifvertrag verstanden. Die Beschäftigten sind die letzten, die auf etwas verzichten können. Sie und ihre Familien sind auf ihre Einkommen dringend angewiesen“, so Nutzenberger.

Das weitere Vorgehen, kündige Nutzenberger an, werde „eng mit den Betriebsräten, der Tarifkommission und den Beschäftigten abgestimmt, denn es geht um ihre Interessen."