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Geschäftsleitung verweigert weiterhin ernsthafte Tarifgespräche …

Schoder Druck in Gersthofen

Geschäftsleitung verweigert weiterhin ernsthafte Tarifgespräche mit ver.di

Warnstreik bei Schoder 21.9.2017 Bild: Rudi Kleiber Warnstreik bei Schoder 21.9.2017

Die Kolleginnen und Kollegen der Druckerei Schoder hatten auf ihrer Streikversammlung vom 21.9.2017 beschlossen, den Warnstreik um weitere 24 Stunden auszuweiten. Der Warnstreikaufruf endete somit am Freitag, 22.September um 19:30 Uhr.

In großer Geschlossenheit votierten die Kolleginnen und Kollegen für eine Verlängerung des Warnstreiks. Die Streikenden fordern, dass die Tarifverträge der Druckindustrie auch bei Schoder wieder Anwendung finden. Es kann nicht sein, dass ein und der gleiche Unternehmer zwei Druckstandorte so ungleich behandelt. So gelten beim Augsburger Druck- und Verlagshaus die Drucktarife, bei Schoder Druck seit Jahren diese nicht mehr. Lohnerhöhungen werden verweigert oder zeitversetzt bezahlt und Neueinstellungen zu deutlich schlechteren Konditionen eingestellt.

Unerträglich finden ver.di und die Kolleginnen und Kollegen die massiven Drohungen gegenüber dem Betriebsratsvorsitzenden. Hier schießt man mit Kanonen gegen Spatzen, so ver.di Sekretär Rudi Kleiber. Jedem kann mal ein Versprecher oder Zahlendreher (2005 – 2015) in einem Interview passieren. Dann gleich eine Abmahnung auszusprechen und mit dem Ausschluss aus dem Betriebsrat und der außerordentlichen Kündigung zu drohen, empfinden die streikenden Kolleginnen und Kollegen als unerträglich. Hier soll ganz offensichtlich ein Exempel statuiert werden, so Rudi Kleiber.

Solidarität von Betriebsseelsorge und Katholischer Arbeitnehmerbewegung!
Erwin Helmer von der Betriebsseelsorge Augsburg unterstützt vollumfänglich die Forderungen der Arbeitnehmer nach einem Tarifvertrag und findet es für unerlässlich, dass die ArbeitnehmerInnen sich mit dem Betriebsratsvorsitzenden solidarisch erklären und sich nicht auseinanderdividieren lassen. Ein Tarifvertrag ist für ihn „eine himmlische Sicherheit für Menschen“, so Erwin Helmer.

So lange die Geschäftsleitung ernsthafte Tarifgespräche mit ver.di weiterhin verweigert, darf sie sich über die Folgen nicht wundern und hat auch die Konsequenzen zu tragen, so ver.di Sekretär Rudi Kleiber.

Die Druckerei Schoder Druck in Gersthofen befindet sich seit 2003 in einer OT-Mitgliedschaft (ohne Tarifbindung) im Verband Druck und Medien Bayern. Dies hat gravierende Nachteile für die Beschäftigten.

  • Entgelterhöhungen werden nicht oder mit großer zeitlicher Verzögerung bezahlt und liegen in der alleinigen Entscheidung der Geschäftsleitung
  • Neu eingestellte Arbeitnehmer werden zu deutlich schlechteren Kondition eingestellt (teilweise über 20%)
  • Urlaubstage, Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Arbeitszeiten und Zuschläge dürfen nicht länger der Willkür des Arbeitgebers unterliegen
  • Wir fordern rechtsverbindliche Regelung für alle Arbeitnehmer

 Nur Tarifverträge bieten Schutz vor Verunsicherung und Einschüchterung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer durch einzelvertragliche Lösungen und Verzichtsforderungen der Geschäftsleitung.

 

 

ver.di – Fachbereich Medien, Kunst und Industrie – Rudi Kleiber; ver.di Bezirk Augsburg, Am Katzenstadel 34, 86152 Augsburg