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Höherer Mindestlohn!

Vergleich der Mindestlöhne in Europa

Höherer Mindestlohn!

Deutschland hat seit 2015 einen gesetzlichen Mindestlohn. Dafür haben die Gewerkschaften jahrelang gegen harte Widerstände gekämpft. Aktuell liegt das Mindest­entgelt bei 8,84 Euro pro Stunde. Damit ist der deutsche Mindestlohn aber immer noch ein Niedriglohn. Die Niedriglohnschwelle – zwei Drittel des mittleren Bruttolohns – liegt hierzulande bei 10,50 Euro pro Stunde.

Folglich hat Deutschland trotz Mindestlohn weiterhin einen der größten Niedriglohnsektoren Europas. Knapp jeder vierte Beschäftigte arbeitet zwischen Rostock und München für einen Niedriglohn. Zum Vergleich: In der Eurozone wird jeder Sechste mit einem Niedriglohn abgespeist.

Mindestlohn in Europa ver.di INFO GRAFIK Mindestlohn in Europa

Mindestlohn in Europa
Dort, wo kaum Niedriglöhne gezahlt werden, gibt es höhere Mindestlöhne und ein starkes Tarifsystem. So liegt der gesetzliche Mindestlohn in Frankreich bei 9,88 Euro, in den Niederlanden bei 9,68 Euro und in Belgien bei 9,47 Euro. In diesen Ländern werden gleichzeitig mindestens 80 Prozent der Beschäftigten durch Tarifverträge geschützt. Bei uns liegt die Tarifbindung unter 60 Prozent.

Der beste Schutz gegen Armutslöhne sind somit ein hoher gesetzlicher Mindestlohn und Tarifverträge. Hier hat Deutschland Nachholbedarf. Ver.di fordert eine schnelle Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns auf mindestens 10 Euro. Darüber hinaus muss die neue Große Koalition das Tarifsystem endlich wirksam stärken.