Handel

ver.di hält ihr Wort und erhöht den Druck gezielt auf die Arbeitgeberseite

Streiks im bayerischen Handel werden fortgesetzt

ver.di hält ihr Wort und erhöht den Druck gezielt auf die Arbeitgeberseite

Die Streiks im bayerischen Handel wurden am 06.06.2019 ausgeweitet. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ruft die Beschäftigten im Bezirk Augsburg zum Streik auf. Betroffen sind die Unternehmen H&M Augsburg, H&M Donauwörth, Selgros Gersthofen, Lidl Zentrallager Graben, Zara Augsburg, Edeka Mohnheim, Edeka Wemding, Edeka Harburg, E-Center Lechhausen, Dehner Königsbrunn und Dehner Senden. Ebenso beteiligen sich die Beschäftigten von Karstadt Augsburg mit einem Partizipationsstreik. Den Streikauftakt im Bezirk Augsburg machten die Beschäftigten von Amazon am Mittwoch, 05.06.2019 um 5:00 Uhr, welche seit Jahren für faire Arbeitsbedingungen durch Tarifverträge kämpfen. Taggleich folgten ihnen die Selgros Cash & Carry Großhandelsbeschäftigten.

„In der diesjährigen Tarifrunde unterbreitet die Arbeitgeberseite, ein unverschämtes Angebot nach dem anderen. Wertschätzung seinen Beschäftigten gegenüber, Fehlanzeige. Wer mit der Existenz seiner Beschäftigten spielt, wird massive Ausstände spüren“, so Sylwia Lech ver.di Streikleitung Schwaben.

„Die hervorragende Arbeit der Beschäftigten verdient Respekt und Anerkennung auch beim Gehalt. Das Angebot der Arbeitgeber bedeutet nicht nur Reallohnverlust für die Beschäftigten, es vergrößert die Gefahr von Altersarmut und lässt jede Wertschätzung vermissen, welche sich die Beschäftigten jeden Tag erarbeitet haben“, so Hubert Thiermeyer, ver.di Verhandlungsführer in Bayern.

„Die Konzeptrichtung der Arbeitgeber ist inakzeptabel. Eine Reallohnsenkung über zwei Jahre und dann noch eine Öffnungsklausel zu fordern, um den Abschluss auf betrieblicher Ebene noch niedriger gestallten zu können, nennt man bei der hervorragenden wirtschaftlichen Lage im Handel, skrupellos“ sagt Thomas Gürlebeck, ver.di Verhandlungsführer im Groß- und Außenhandel Bayern.

„Der Kampf um existenzsichernde Tarifverträge hat nicht nur elementare Bedeutung für die Beschäftigten in Konzernen die sich der Tarifbindung verweigern, sondern mittlerweile für den gesamten Handel. Auf der einen Seite verweigern Arbeitgeber Wertschätzung bei Lohn und Gehalt, auf der anderen Seite haben wir Konzerne, die immer weiterwachsen und massive Gewinne machen. Deshalb streiken Beschäftigte gegen diese himmelschreiende ungerechte Entwicklung“, so Sylwia Lech, ver.di Streikleitung Schwaben.

„Bei dem Kampf gegen die prekäre Beschäftigung und den dramatischen Verdrängungswettbewerb im Einzelhandel, will die Gewerkschaft ver.di mit der Allgemeinverbindlichkeit der existenzsichernden Tarifverträge im Einzelhandel, Beschäftigte schützen und verbindliche Regeln für alle Konzerne und Unternehmen erreichen“, ergänzt Sylwia Lech.

Die Tarifverhandlungen im bayerischen Einzelhandel werden am 14.06.2019 fortgesetzt. Die Tarifverhandlungen im bayerischen Groß- und Außenhandel gehen am 17.06.2019 in die dritte Runde.

Für existenzsichernde Tarifverträge erhöht Bezirk Schwaben und Allgäu zugleich am Donnerstag, 06.06.2019 den Druck auf die Arbeitgeberseite. Die Streikenden aus beiden Bezirken, versammelten sich um 10:00 Uhr vor der Markthalle in Kempten, von dort aus startete der Demonstrationszug über den Königsplatz bis zum Rathausplatz, wo anschließend die Kundgebung stattfand.

Ansprechpartner:
Sylwia Lech, ver.di Streikleiterin in Graben
Thomas Gürlebeck, ver.di Verhandlungsführer
Hubert Thiermeyer, ver.di Leiter Handel  

 

Weitere Infos in der >>> Presseinformation

www.handel.bayern.verdi.de