Handel

Für Respekt und Wertschätzung – gegen Altersarmut

Zweite Tarifverhandlung im bayerischen Einzel- und Versandhandel

Für Respekt und Wertschätzung – gegen Altersarmut

München, 13.06.2019. Nachdem sich über 5.000 Beschäftigte aus über 130 Betrieben im bayerischen Einzel- und Versandhandel an Streikaktionen beteiligt haben, erwartet die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) in der zweiten Verhandlungsrunde deutliche Fortschritte.

In der ersten Tarifverhandlung am 14. Mai haben die Arbeitgeber ein erstes Angebot vorgelegt. Danach soll es ab 1.Mai 2019 1,5% mehr Entgelt und in 2020 weitere 1% Entgelterhöhung geben. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrages soll 24 Monate betragen. Die Forderung nach einer Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge im Einzelhandel lehnten die Arbeitgeber kategorisch ab.

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) geht mit einer Forderung von 1 Euro mehr pro Stunde bei Lohn und Gehalt und einer Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 100 Euro im Monat in die Tarifrunde. Im Kampf gegen prekäre Beschäftigung und den dramatischen Verdrängungswettbewerb im Einzelhandel, will die Gewerkschaft mit der Allgemeinverbindlichkeit der existenzsichernden Tarifverträge im Einzelhandel, Beschäftigte schützen und verbindliche Regeln für alle Konzerne und Unternehmen erreichen.

„In ganz Bayern kam es zu engagierten und mutigen Streikaktionen der Beschäftigten. Sie wollen, dass ihre hervorragende Arbeit auch beim Gehalt Respekt und Anerkennung erfährt.

Das bisherige Angebot der Arbeitgeber bedeutet nicht nur Reallohnverlust für die Beschäftigten, es vergrößert die Gefahr von Altersarmut und lässt jede Wertschätzung vermissen“, so Hubert Thiermeyer, ver.di Verhandlungsführer in Bayern.

Nach Angaben von ver.di Bayern ist die Mehrzahl der Beschäftigten im Einzelhandel akut von Altersarmut bedroht ist. Bei 70% der Beschäftigten reichen die Gehälter nicht aus, um im Alter über die Grenzen der gesetzlichen Grundsicherung hinaus zu kommen.

Die Tarifverhandlungen beginnen am 14. Juni um 11.30 Uhr und finden im DGB Haus, Schwanthalerstr. 64 in München statt.

 


Ansprechpartner: Hubert Thiermeyer, Verhandlungsführer