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Auch in der siebten Tarifrunde keine Reallohnsteigerung für Zeitungsjournalist*innen.

Verhandlungsrunde Tageszeitungsredaktionen

Auch in der siebten Tarifrunde keine Reallohnsteigerung für Zeitungsjournalist*innen.

Der Auftrag aus der Urabstimmung und den Streiks war klar: Reallohn- Plus erreichen! Die dju-Verhandler*innen haben dem Verhandlungsstand nicht zugestimmt. Warum? Wie weiter? Eine Bewertung der Tarifsituation und erste Antworten auf drängende Fragen 

Auch in der siebten Verhandlungsrunde für die rund 13.000 Tageszeitungsjournalistinnen und -journalisten haben die Verleger nicht die Bereitschaft gezeigt, ein Tarifergebnis mit echten Reallohnsteigerungen zu vereinbaren. Für die dju in ver.di galt das Ziel, bestärkt durch das starke Votum von 89,2 Prozent aus der zuvor in den Streikbetrieben durchgeführten Urabstimmung, mehr als einen Inflationsausgleich zu erreichen und endlich die zu erwartende Anerkennung für die tägliche journalistische Arbeitsleistung in den Redaktionen nicht nur in Sonntagsreden der Geschäftsführungen, sondern auch in der Tarifentwicklung zu erreichen.

Der nüchterne Blick auf die Zahlen zeigt, dass das Verhandlungsergebnis dieses Ziel nicht erreicht, auch wenn der Deutsche Journalisten Verband (DJV) am Ende zugestimmt hat:

  • Die Steigerung von 1,9 Prozent ab Mai 2018 ist geringer als die aktuelle Preissteigerung von 2,1 Prozent. Das gleichen auch die 500 Euro Einmalzahlung für die vier Nullmonate seit Beginn des Jahres nicht aus, denn dieser Einmalbetrag wirkt nicht nachhaltig.
  • Noch schlechter fällt das kommende Jahr 2019 aus. Die Tabellenerhöhung von 2,4 Prozent ab Mai ohne Einmalzahlungen wirkt wie eine Erhöhung um 1,6 Prozent in dem Jahr und ist mit Sicherheit auch kein Ausgleich der kommenden Preissteigerungen.
  • Noch schlimmer: Der BDZV wollte unbedingt einen Abschluss, der weit bis ins dritte Laufzeitjahr reicht und gar keine Tarifsteigerung mehr vorsehen sollte. Nur einmalige und ebenso unnachhaltige 600 Euro war dies den Verlegern wert.
  • Der BDZV hat es stolz den Tarifpartnern in den Tarifverhandlungen vorgerechnet: Die rechnerische Gesamtwirkung inklusive der Einmalzahlungen für die Verlage beträgt nur etwa 3,0 Prozent auf die Gesamtlaufzeit. Für die Arbeitnehmerinnen und Freien in den Redaktionen wirkt das Verhandlungsergebnis so, als wenn es stattdessen nur jeweils 1,6 Prozent Tarifsteigerungen pro Jahr geben würde.
  • Ein weiterer Grund, der gegen das Verhandlungsergebnis spricht: Freie Journalistinnen und Journalisten brauchen als Autoren mit Zeilenhonoraren oder als Fotografen wirksame Tarifsteigerungen, Pauschalistinnen und Pauschalisten ebenso. Einmalzahlungen statt dauerhaft wirksamer Tarifsteigerungen schlagen für Freie noch deutlicher ins Kontor. Denn bei den zumeist niedrigen Einkommen der arbeitnehmerähnlich freien Kolleginnen und Kollegen sind die allgemeinen Preissteigerungen und ein Abhängen von der Lohnentwicklung noch deutlicher spürbar.

Mehr Infos in der dju-Tarifinfo >>> hier als PDF-Download

ver.di-Bundesvorstand, Tarifsekretär Medien Matthias von Fintel
Paula-Thiede-Ufer 10, 10179 Berlin

 

Hier Bilder von Streik und Urabstimmung am 21.06.2018 bei der Augsburger Allgemeinen:

Streik + Urabstimmung 21.06.2018 Augsburger Allgemeine Foto: Bernhard Weizenegger Streik + Urabstimmung 21.06.2018 Augsburger Allgemeine
Streik + Urabstimmung 21.06.2018 Augsburger Allgemeine Foto: Bernhard Weizenegger Streik + Urabstimmung 21.06.2018 Augsburger Allgemeine
Streik + Urabstimmung 21.06.2018 Augsburger Allgemeine Foto: Bernhard Weizenegger Streik + Urabstimmung 21.06.2018 Augsburger Allgemeine
Streik + Urabstimmung 21.06.2018 Augsburger Allgemeine Foto: Silvio Wyszengrad Streik + Urabstimmung 21.06.2018 Augsburger Allgemeine