Gemeinsame Erklärung des Augsburger Equal Pay Day Bündnisses zum Equal Pay Day 2021 am 10. März

„Game Changer – Mach dich stark für equal pay!“ lautet das Motto des diesjährigen Equal Pay Day (EPD).

Als internationaler Aktionstag für gleiche Bezahlung von Frauen und Männern markiert er den Tag, bis zu dem Frauen länger arbeiten müssen, um auf das gleiche Gehalt zu kommen, das Männer bereits am Ende des Vorjahres erhalten. Er findet in diesem Jahr am 10. März statt.

Trotz leichter Verbesserungen liegt der bundesweite Lohnunterschied immer noch bei rund 19 %. In Bayern sind es sogar 23 % und in Augsburg knapp 29 %. Die Gründe dafür sind vielfältig: z.B. geschlechtsspezifische Berufswahl, Rollenerwartungen und Geschlechterklischees sowie schwierige Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Die „Spielregeln“ zwischen Frauen und Männern bei der Verteilung von Arbeit und Entlohnung halten sich eingespielt hartnäckig: Frauen arbeiten öfter familienbedingt in Teilzeit, die Gehälter in frauendominierten Berufen sind niedriger, Frauen übernehmen mehr familiäre Betreuungspflichten und stecken beruflich öfter zurück, Frauen sind weniger in Führungspositionen zu finden, bei Gehaltsverhandlungen ist es für Frauen schwieriger, Gehaltsforderungen durchzusetzen. Niedrigere Löhne und Berufsunterbrechungen führen zu niedrigen Renten und Altersarmut. Die Renten von Frauen liegen durchschnittlich 46 % unter denen von Männern.

In der Corona-Pandemie verstärken sich diese Tendenzen teilweise mit fatalen Folgen.

Game Changer gesucht

Umso mehr braucht es Menschen, die die gesellschaftlich eingespielten Spielregeln verändern, die sich z.B. für neue geschlechtergerechte Unternehmenskulturen und die Veränderung von traditionellen Rollenbildern einsetzen und diese leben. Gesucht sind Game Changer.

„Game Changer“ kommt aus dem Sport. Als Game Changer wird der Spieler oder die Spielerin bezeichnet, die das Spiel verändern.

Das Augsburger Equal Pay Day Bündnis ruft dazu auf, sich an der bundesweiten Aktion Game Changer zu beteiligen: www.equalpayday.de/game-changer/

Unsere Forderungen sind:

  • Eine neue Arbeitszeitpolitik mit einer gerechten Verteilung von unbezahlter Sorgearbeit und bezahlter Erwerbsarbeit.
  • Bessere Löhne in frauendominierten Berufsgruppen, insbesondere in Pflege, Reinigung, Verkauf, Gastronomie sowie Erziehung und Soziales.
  • Stärkung der Tarifbindung in frauendominierten Branchen, wie z.B. in der Altenpflege.
  • Das Recht, von Teilzeit in Vollzeit zu wechseln.
  • Eine verlässliche und gute Kinderbetreuung auch in Randzeiten.
  • Eine soziale Absicherung aller Arbeitsverhältnisse und eine Aufwertung niedriger Renten.
  • Transparenz bei Löhnen und Gehältern in allen Betrieben unabhängig von der Zahl der Beschäftigten.

Menschen aus Stadtgesellschaft, Kultur, Wissenschaft und Sport sind aufgerufen, sich an der Aktion zu beteiligen. Mit dabei sind bereits Oberbürgermeisterin Eva Weber, Bürgermeisterin Martina Wild, Dr. Simone Strohmayr (MdL), Stadträtinnen und Stadträte, die Gewerkschaftschefin Silke Klos-Pöllinger (DGB), Angela Steinecker (2. Bevollmächtigte IG Metall) und Sigrid Giampà (stellvertretende Bezirksgeschäftsführerin ver.di), Bischof Dr. Bertram Meier, Monika Knauer, Vorsitzende des KDFB Diözesanverband Augsburg und Karin Welsch KAB Diözesanvorsitzende.

Zum Augsburger Equal Pay Day Bündnis gehören: BPW Augsburg e.V., DGB, IGM, ver.di, SPD, Gleichstellungsstelle Stadt Augsburg, Jobcenter Augsburg Stadt, KAB, KDFB, Terre des Femmes Städtegruppe Augsburg, Kolping

Frauen machen ver.di

Unsere Stimme hat Gewicht! Über 50 % aller ver.di-Mitglieder sind Frauen – eine gute Basis, um unsere Interessen zum Tragen zu bringen. Doch wir wollen noch mehr werden, um unsere Ziele schneller zu erreichen: die Gleichstellung von Frauen im Betrieb, in der Gesellschaft, in der Politik – im gesamten weiblichen Lebenszusammenhang! Wir wollen die tatsächliche Gleichstellung der Geschlechter – ohne jede Einschränkung!

Verbindliche Strukturen sichern Eigenständigkeit und Einflussnahme

Eindeutige Bestimmungen in der ver.di-Satzung, in den Richtlinien zur Frauen- und Gleichstellungspolitik und in Beschlüssen zu wesentlichen Politikfeldern sind die Grundlage für eine erfolgreiche Frauenpolitik bei ver.di. Frauen- und Gleichstellungspolitik wird bei ver.di als Querschnittsaufgabe verstanden – Geschlechterdemokratie ist das Ziel der Gesamtorganisation!

Quotierung

Die Einflussnahme der Frauen in ver.di beschränkt sich nicht auf Frauengremien! Durch eine in der Satzung festgelegte Mindestquote sind wir in allen ver.di-Organen und bei Delegiertenwahlen mindestens entsprechend unserem Anteil an der Mitgliedschaft vertreten.

Kontakt

  • Aline Gottschalk

    Ge­werk­schafts­se­kre­tä­rin FB 4, FB 7





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